Einige von euch werden sicher schon mal Beef Jerky probiert haben und wissen in etwa auch, was Beef Jerky eigentlich ist. Jerky ist nichts anderes als getrocknetes Rindfleisch das natürlich auch aus anderen Fleischsorten wie Hühnchen, Pute oder Schwein bestehen kann. Das Trocknen von Lebensmitteln hat eine lange Tradition. Ob die Skandinavier mit ihrem Stockfisch, die Russen mit ihrem getrockneten Wobla oder dem legendären Biltong aus Südafrika – Ziel war es immer, die jeweiligen Lebensmittel haltbar zu machen. Das Trocknen und Konservieren von Lebensmitteln – mal mit und mal ohne Salz – ist eigentlich ein einfacher Wasserentzug. Ohne Wasseranteil kann ein Lebensmittel viel schwerer verderben und ist somit länger haltbar.
Das klassische Beef Jerky kommt ursprünglich aus Amerika. Die nordamerikanischen Ureinwohner trockneten Büffelfleisch um es für den Winter haltbar zu machen. Die frühen europäischen Siedler übernahmen diese Technik. Deswegen findet man heute auch die größte Verbreitung von Beef Jerky in Nord- und Südamerika. Auch auf dem europäischen Kontinent hat sich in den letzten Jahren das Beef Jerky viele Freunde gemacht und ist hier auch aus dem Fitnessmarkt kaum noch wegzudenken. Warum?
Jeder SPEED.FIT Kunde und Newsletter-Leser ist sich bewusst, wie wichtig eine ausreichende Eiweißzufuhr ist. Neben einer eiweißreichen, normalen Ernährung sind Eiweißshakes zur Nahrungsergänzung immer die erste Wahl und der beste Weg. Jeder der regelmäßig Eiweißshakes trinkt, hat sicher schon erlebt, dass man manchmal keinen Appetit auf einen süßen Shake hat, sondern eher auf etwas Herzhaftes. Dann gibt es auch immer Situationen, in denen man mal keine Möglichkeit hat einen Shake zuzubereiten.
Ich möchte heute eine Alternative vorstellen: Trockenfleisch (Jerky). Trockenfleisch ist eiweißreich, lange haltbar, und sehr leicht. Auch geringe Mengen machen satt, da es sich um normales Fleisch handelt, dem lediglich das Wasser entzogen wurde. Man kann es eigentlich in der Hosentasche dabei haben. Es gibt verschiedene Fleischsorten und Geschmacksrichtungen. Trockenfleisch kann man im Einzelhandel kaufen oder im Internet bestellen. Seit kurzem bieten wir es auch in den SPEED.FIT Clubs an. Außerdem stelle ich euch heute noch eine Möglichkeit vor, es selbst herzustellen.
Diejenigen von euch, die bereits Beef Jerky kennen, werden wissen, dass der Preis für gutes Jerky relativ hoch ist. Was, wenn ich euch sage, dass ihr euch Beef Jerky auch selber herstellen könnt? Alles was ihr dazu benötigt sind einige Zutaten, qualitativ hochwertiges Fleisch und einen Trockenautomat. Zur Not geht es jedoch auch mit einem Backofen. Ich produziere seit ca. 2 Jahren mein eigenes Beef Jerky und möchte euch hier neben dem Herstellungsprozess auch mal meine beiden Lieblingsrezepte vorstellen.
Es versteht sich von selbst, dass beim Verarbeiten von rohem Fleisch eine besondere Hygiene herrschen sollte. Wascht alle eure Utensilien vorher ordentlich ab und wascht euch zwischendurch auch ruhig öfter die Hände. Da das Fleisch mindestens 12 h marinieren muss solltet ihr euch hier einige verschließbare Tupperdosen oder – wie ich es mache – verschließbare Plastikbeutel (Zip) bereitlegen. Der Vorteil der Plastikbeutel ist, dass ihr das Fleisch zwischendurch nochmal durchkneten könnt. Nach dem Zuschnitt des Fleisches und der Zubereitung der Marinade kommt beides zusammen in die Dosen/Tüten. Das Fleisch muss hier nicht zwingend bedeckt sein sondern es sollte nur soviel Marinade genommen werden, dass das Fleisch nicht schwimmt.
Nach mindestens 12 h kann das Fleisch aus der Marinade genommen werden. Tupft das Fleisch vor dem Einlegen in den Automaten gut mit Küchenkrepp ab. Auch wenn es schade ist: Bitte schüttet die komplette Marinade weg! Immerhin lag hier rohes Fleisch drin und ihr tut euch und euren Gedärmen keinen Gefallen, wenn ihr diese Marinade nun noch nutzt. Also weg damit. Die Trockentemperatur der meisten Automaten ist zwischen 30° und 70° einstellbar. Sicher ist das Jerky mit 70° Trockentemperatur schneller fertig aber je höher die Temperatur ist, desto fester (zäher) wird das Jerky. Ich habe für mich die ideale Temperatur von 40° gefunden. bei dieser Temperatur braucht mein Jerky ca 9-10 h ist dafür dann aber noch relativ soft. Das sind jedoch alles Erfahrungswerte die ihr gerne selber ausprobieren könnt. Im Backofen kann das Jerry bei 40° Umluft und leicht geöffnenten Backofen für ca. 9-10 h getrocknet werden.
- 2 kg Rindfleisch
- 150 ml süße Sojasauce
- 150 ml Lea & Perrins Worchestersauce
- 300 ml Stubbs Beef Marinade
- 100 ml Sriracha Chilisauce
- 20 ml Painmaker Liquid Smoke
- 3 Esslöffel zermahlene Chilis
- 1 Teelöffel gemahlene Zwiebeln
- Einlegen wie oben beschrieben
- 2 kg Rindfleisch
- 400 ml Essig (Aceto balsamico)
- 100 ml Lea & Perrins Worchestersauce
- 5 Esslöffel Koriandersamen
- 2 Esslöffel schwarzer Pfeffer ganz
- Koriander und Pfeffer in Pfanne anrösten und im Mörser zerstossen
- je 1 Esslöffel Salz & brauner Zucker
- 4-5 Zehen Knoblauch
- Einlegen wie oben beschrieben
Ich hoffe ich konnte euch das Thema Beef Jerky etwas näher bringen. Wer Interesse hat es mal selber auszuprobieren, kann mich gerne auf den SPEED.FIT Facebookseiten anschreiben. Wir freuen uns natürlich auch über eure Erfahrungen und/oder Rezepte. Wenn euch die Herstellung eines eigenen Jerkys zu aufwendig ist, könnt ihr jetzt bei uns im Club auch einige ausgewählte Jerkys kaufen.
In diesem Sinne
lasst es euch schmecken
Micha